Ratgeber

Außenbereich

Damit Sie und Ihre Lieben jeden Tag mühelos und entspannt zuhause ankommen, sollten Sie bei der Planung von Garten, Einfahrt und Hauseingang auf einige Details achten. Keinesfalls muss bei körperlichen Einschränkungen auf einen schönen Garten verzichtet werden. Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie den Außenbereich praktisch, pflegeleicht und barrierefrei gestalten können.

Pkw-Stellplatz

Pkw-Stellplatz

Der Stellplatz Ihres Fahrzeugs sollte mindestens 3,50 m breit und 5,00 m lang sein, damit für alle Personen ein bequemes Ein- und Aussteigen möglich ist. Ein Carport ohne Seitenwände bietet sich an: Er definiert den Stellplatz klar, sieht ansprechend aus und schützt Ihr Auto vor Regen, Laub und anderen Gefahrenquellen von oben.

Garagentor mit Antrieb

Garagentor mit Antrieb

Wenn Sie sich für eine Garage als Stellplatz entscheiden, sei Ihnen ein Tor mit elektrischem Antrieb ans Herz gelegt. Dieser ermöglicht das Öffnen und Schließen des Garagentores bequem per Fernbedienung vom Auto aus. Besonders bei Regen, Kälte und Dunkelheit ein angenehmer Vorteil.

Sicherheit ist bei der modernen Technik natürlich auch geboten: die Antriebe nutzen neue Verschlüsselungstechnologien. Ähnlich wie beim Online-Banking, gibt es für jede Aktion einen eigenen Code. Dadurch können Diebe das Sendesignal über die Fernbedienung nicht abfangen.

Haustür

Bei der Planung Ihrer neuen Außenanlage ist es sehr wichtig, dass die Eingänge keine Schwellen aufweisen. Bestehende Gärten lassen sich oftmals mithilfe eines Landschaftsarchitekten so umbauen, dass Hindernisse für Rollstuhlfahrer beseitigt werden. Vor Gebäudeeingängen ist eine Bewegungsfläche von mindestens 1,50 m Länge und Breite vorzusehen, damit die Begegnung eines Rollstuhlnutzers mit einer anderen Person möglich ist.

Außerdem muss beim Einsatz schwellenloser Türen die Entwässerung sichergestellt sein. Ein Rost, aber auch eine schlitzförmige Rinne, sind hierfür elegante Lösungen. Damit sich Rollstuhlräder oder Damenabsätze nicht im Entwässerungsrost verfangen, sollte der Lamellenabstand max. 10 mm betragen. Sowohl Rost als auch schlitzförmige Rinnen müssen an das Entwässerungsnetz des Hauses angeschlossen werden.

Elektrischer Türöffner

Um den Zugang zu erleichtern, können Sie Ihre Eingangstür mit einem elektrischen Türöffner ausstatten. Der Öffner wird im Haustürrahmen in einem speziellen Schließblech verbaut und hält die Schlossfalle fest. Durch einen elektrischen Impuls wird die Schlossfalle freigegeben und das Haus kann betreten werden – Sie müssen nicht länger den Weg zur Tür auf sich nehmen. Eine Gegensprechanlage mit Kamera ist sinnvoll, um im Blick zu haben, wer gerade nach Einlass verlangt.

Rampen

Das Gelände rund ums Haus komplett ebenerdig zu gestalten, ist leider meist nicht möglich. Um Niveauunterschiede zu überwinden, können feste oder mobile Rampen eingesetzt werden. Nach DIN 18040-1 darf das maximale Gefälle einer Rampe nicht mehr als 6 % betragen. Ein Niveauunterschied von 36 cm, was der Höhe von zwei Treppenstufen entspricht, erfordert eine Rampenlänge von 6 m.

Licht

Licht

Sorgen Sie Unfällen vor, und leuchten Sie Wege, die durch Ihr Grundstück führen, gut aus. Bei Nacht übernimmt die Beleuchtung eine leitende, wegweisende Funktion. Gerade Treppen und Eingänge müssen bei Dunkelheit klar ersichtlich sein. Dabei sollte die Beleuchtung möglichst indirekt erfolgen, da diese sonst blendet und Personenschatten wirft. Von unten beleuchtete Pflanzen, in der Nähe von Sitzplätzen, können den Ort zusätzlich akzentuieren.

Bei der Neuanlage eines Gartens können Sie Leerrohre verlegen. Damit gewährleisten Sie, dass später an einigen Stellen noch Lichtquellen nachgerüstet werden können. Die Beleuchtung wird durch einen Bewegungsmelder eingeschaltet oder mit einer Zeitschaltuhr für den ganzen Garten gesteuert.

Wege

Wege

Versuchen Sie Wege möglichst breit und ohne Verwinkelungen anzulegen. Leitsysteme, die speziell für Menschen mit Behinderung entwickelt wurden, sind im eigenen Garten nicht notwendig, da die nähere eigene Umgebung meist bekannt ist. Generell geeignet sind großformatige Plattenbeläge oder Pflaster.

Je weniger Fugen und je schmaler sie sind, desto besser ist die Befahrbarkeit mit dem Rollstuhl. Die maximale Fugenbreite darf 5 mm nicht überschreiten und die Fugen sollten flächeneben ausgefüllt sein. Durch einen fachgerechten Aufbau können die mit der Zeit durch Frost-Tauwechsel entstehenden Niveauunterschiede zwischen den Platten- oder Pflastersteinen vermieden werden.

Vorsicht vor zu glattem Bodenbelag, wie z. B. polierten Natursteinfliesen! Die eingesetzten Bodenfliesen müssen mindestens die Rutschhemmungsklasse R 11 oder R10 aufweisen. Auf Nebenwegen sind auch wassergebundene Decken geeignet.

Smart vernetzter Garten

Smart vernetzter Garten

Machen Sie sich die neueste Technik zunutze, um Ihren Garten ohne viel Mühe gepflegt zu halten. Smart Home-Systeme erleichtern nicht nur im, sondern auch außerhalb des Hauses das Leben. Mähroboter erledigen den lästigen Rasenschnitt vollautomatisch und Garten-Sensoren für Blumen und Nutzpflanzen informieren über eine App, wann wieder Zeit zum Gießen ist oder übernehmen die Pflege gleich selbst.

Rasenmäher und Bewässerungssysteme sind mit einem Gateway verbunden, das alle nötigen Informationen auf Ihr Smartphone sendet. So können Sie die Gartenpflege von jedem Ort der Welt aus bequem steuern. Selbstverständlich lässt sich auch die Beleuchtung rund ums Haus auf diese Weise regeln. Sie können zum Beispiel einstellen, dass die Einfahrt und der Eingangsbereich ab einer bestimmten Uhrzeit beleuchtet sein sollen, damit Sie beim Heimkommen nie im Dunklen tappen müssen.

Bepflanzung

Damit Ihr Garten besonders pflegeleicht ist – auch langfristig – sollten Sie darauf achten, dass nicht zu viele Bäume und Sträucher vorhanden sind. Gerade Neuanpflanzungen brauchen viel Platz zum Wachsen und müssen immer wieder beschnitten werden. Das macht viel Arbeit. Vorteilhafter ist es, kleinwüchsige Pflanzen im geeigneten Alter und in adäquater Größe zu wählen.

Bei einer Neugestaltung des Gartens nutzen Sie einzelne formschöne Pflanzen und drapieren diese so, dass sie hervorgehoben werden und voll zur Geltung kommen. Mit bestehenden Pflanzen, die Sie als ansprechend empfinden, gehen Sie genauso vor. Weniger ansehnliche Sträucher entfernen Sie hingegen am besten. Bei Bäumen und Sträuchern ist auf Abstand zu achten, bei Bodendeckern in Staudenflächen ist das Gegenteil der Fall. Hier gilt: Je mehr Bodendecker in der Fläche gepflanzt sind, desto weniger Arbeit hat man bei der Pflege.

Um die Pflege der Staudenflächen zu erleichtern, sollten Beete max. 1 m breit sein und direkt an befestigte Flächen angrenzen. Besonders interessant sind Hochbeete in der Höhe von 50 bis 100 cm, die von jedem leicht gepflegt werden können. Vorhandene Höhenunterschiede im Garten lassen sich mithilfe von kleinen Mauern nutzen und in Hochbeete mit vorgelagerten Wegen umwandeln.